Die amerikanischen Großbanken sind nicht nur die Verursacher sondern auch die größten Verlierer der weltweiten Finanzkrise, im Großteil der amerikanischen Bevölkerung hat sich das frühere Vertrauen in die Finanzinstitute inzwischen in regelrechten Hass verwandelt.
Dem wollen die Banken jetzt mit einer großangelegten Imagekorrektur entgegenwirken – mit großzügigen Spenden für karitative Organisationen oder Hilfsprogrammen für verschuldete Privat- und Firmenkunden. Diese Maßnahmen sind auch dringend notwendig, der Versicherungskonzern AIG sowie die Investmentbank Goldman Sachs gelten laut aktuellen Umfragen als die Unternehmen denen die US-Bürger am wenigsten vertrauen. Auch die Bank of America leidet unter miserablen Imagewerten, die Kunden machen die Gier und Profitsucht des Unternehmens dafür verantwortlich.
Seit knapp einem Jahr versuchen die Unternehmen daher das einstige Vertrauen der Kunden zurück zu gewinnen. Goldman Sachs wandte sich beispielsweise in einem Brief an seine Aktionäre, bat darin um Verzeihung und erläuterte die neue Sichtweise des Unternehmens – man werde in Zukunft nicht mehr in riskante Geschäfte investieren und auch das aggressive Spekulieren an den weltweiten Märkten werde es künftig nicht mehr geben. Auch habe man nicht unrechtmäßig an der staatlichen Rettung des Versicherungskonzerns AIG verdient, jedoch gab Goldman Sachs erstmals zu von der Rettung von AIG profitiert zu haben.
Außerdem spende man eine halbe Milliarde Dollar an Wohltätigkeitsorganisationen – und das sei kein Kundengeld sondern Geld von Gesellschaftern von Golman Sachs. Auch investiere man in Hilfsprogramme für mittelständische Unternehmen und unterstütze Frauen in hohen Positionen. Auch andere Banken und Wall Street Konzerne haben ähnliche Programme gestartet – wenn auch nicht in der Höhe von Goldman Sachs.
Die Imagekorrektur hat die öffentliche Meinung bis jetzt jedoch noch nicht ändern können, Otto-Normal Bürger sieht in Goldman Sachs und Co. nach wie vor die Verursacher der Krise. Außerdem meint ein Großteil der Bevölkerung das die Wall Street Konzerne und Investmentbanken ihre Vorgehensweisen die zu der Krise geführt haben so schnell wohl nicht ändern werden. Lediglich die Privatkunden der Investmentbanken – also vermögende Manager, Geschäftsleute und Wirtschaftsbosse sind der Ansicht, die Großbanken und Investmentinstitute hätten sich positiv verändert.
Die Kunden der Investmentbanker haben allerdings im Gegensatz zum Normalkunden Geldreserven auf ihrem Online Tagesgeldkonto, in Fonds verpackt oder in Aktien gepachtet – nicht so der Familienvater oder der mittelständische Unternehmer der durch die Krise alles verloren hat. Da verwundert es nicht, dass die breite Masse der Bevölkerung nach wie vor nicht an einen wirklichen Wandel im Verhalten des Banker glaubt, noch dazu wenn man an Berichte denkt wonach die Vorstände großer Firmen nichtmal in der Krise auf ihre Prämien verzichten – selbst wenn diese nur durch Staatshilfe überhaupt ausbezahlt werden konnten. Es wird wohl noch lange dauern bis die Bevölkerung wieder Vertrauen in die Großbanken fasst – wenn dies überhaupt je wieder der Fall sein sollte.
