Vor wenigen Jahren war es noch undenkbar, dass das Internet surfen per Handy innerhalb von so kurzer Zeit massentauglich werden und dabei noch erschwinglich sein würde. Doch in den letzten ein bis zwei Jahren wurde der Markt richtiggehend überschwemmt von den sogenannten Smartphones, bei denen ein ständiger Internetzugang zum Standard geworden ist.
Banking per Smartphone immer beliebter
Immer mehr Smartphone Besitzer in Deutschland nutzen die Möglichkeit, per Handy ihre E-Mails zu checken, soziale Kontakte zu pflegen und eben auch um ihre Bankgeschäfte zu tätigen. So bieten immer mehr Banken eigene „Apps“ an, mit denen die Kunden bequem mit dem Handy ihren Kontostand abfragen, Überweisungen tätigen oder sich über die Vorteile eines online Kredit informieren können.
Genau diese Apps sind es, die den Online-Betrügern so gelegen kommen. Sie programmieren Apps, die den originalen Vorbildern zum Verwechseln ähnlich sehen oder spionieren die Pin Codes und Tan-Nummern der Bankkunden per Trojanerprogramm aus.
So gab es im September 2010 eine regelrechte Invasion von Trojanerangriffen auf Handys, die mit dem Betriebssystem Symbian liefen. Das infizierte Smartphone blendet dann zusätzliche Schaltflächen auf der Bankseite ein, so etwa ein Feld auf dem der gutgläubige Kunde seine Handynummer oder gar die Pin-Nummer der EC-Karte eingeben muss. Grundsätzlich gilt, dass die eigene Bank niemals per Online-Abfrage nach der Handynummer oder gar der Pin-Nummer fragen wird, daher sollte man spätestens ab diesem Zeitpunkt stutzig werden.
Im Moment ist jedoch das Betrugsrisiko für Smartphone-Besitzer noch relativ gering, die Betrüger konzentrieren sich vorrangig auf PC-Nutzer und hier vor allem auf das Betriebssystem Windows XP, das weltweit noch auf rund 55 Prozent aller Rechner läuft.
Steigender Smartphone-Absatz = vermehrte Hackerangriffe
Da im Jahr 2010 erstmals mehr Smartphones als Personal Computer verkauft wurden und dieser Trend noch weiter anhalten dürfte, werden die professionellen Hacker und Betrüger wohl bald ihr Hauptaugenmerk auf die Smartphone-Besitzer richten. Daher raten Software-Experten Smartphone Besitzern schon jetzt, ein gutes Antivirenprogramm auf dem Gerät zu installieren. Selbst wenn die Gefahr eines Angriffs im Moment noch ziemlich gering ist, so wird sich dies in den nächsten Monaten und Jahren wohl deutlich ändern. Die Möglichkeiten, was Hacker alles mit einem infizierten Smartphone anstellen können, sind gigantisch. So kann etwa die Kamera oder das Mikrofon des Geräts angezapft werden, ohne das der Betroffene davon irgendetwas merkt.
Darüber hinaus können Hacker auch unter der Nummer des Handybesitzers SMS verschicken oder Telefonanrufe tätigen und so etwa teure Mehrwertnummern anrufen, deren Betreiber wiederum mit den Hackern zusammenarbeiten. Dies sind jedoch nur die theoretischen Möglichkeiten, solche Attacken sind in Europa bis jetzt nur sehr vereinzelt vorgekommen. Da jedoch in Zukunft verstärkt mit Hackerangriffen auf Smartphones zu rechnen sein wird, sollte man sein Handy am besten heute schon mit einer leistungsfähigen Antivirensoftware ausstatten.
